Nachdem ich glorreiche 5 Stunden geschlafen habe, da ich aus irgendeinem Grund nicht einschlafen konnte (nein, hm... könnte nicht daran liegen, dass ich wegfliege...), holte mich meine Oma von zuhause ab, um mich zum Flughafen zu bringen. Während wir auf der Fahrt noch kurz mit meinem Opa zuhause telefonierten, um herauszufinden an welchem Terminal mein Flug geht, kamen wir unbeschadet an, sogar mit einem Parkplatz im Erdgeschoss. Den komischen Taxifahrer, der uns anhupte, weil wir ihm nicht schnell genug fuhren, überhörten wir einfach. Entgegen der Panik meiner Oma verlief der Check-In reibungslos, aber sie war auch die einzige, die da Bedenken hatte. Ich hatte mich schon im Internet eingecheckt, also konnte ich mir am Schalter den Vergleich meiner Reisepassnummer glücklicherweise sparen. Bei sowas verstehe ich wieder, warum man so früh am Flughafen sein muss. Um sich einchecken zu können muss man nämlich nochmal einen kleinen Fragebogen zum Reisepass und zum Thema Terrorismus ausfüllen. Mein Gefühl, dass die Amis keine Gäste haben wollen, bestärkt sich immer mehr.
Ein paar Minuten nach dem Check-In verließen mich dann meine Großeltern und ließen mich durch die Handgepäckkontrolle gehen. Dort wurde dann auch prompt mein Laptop auserkoren, die Quote der auf Sprengsätze getesteten Laptops zu erfüllen. Ich durfte also einem Flughafenangestellten in ein kleines Zimmerchen folgen, wo er etwas Staub von meinem Laptop abrieb, diese Proben dann durch eine Maschine laufen ließ, woraufhin er mir zwei Sekunden später verkündete, dass mein Laptop zu meiner großen Überraschung keinen Sprengsatz enthält. Puh.
Bei den Gates traf ich dann auch gleich einen Mitschüler aus meinem Englisch-LK, der nach Manila fliegt. Sehr passend, denn ich hatte gerade 5 Minuten vorher darüber nachgedacht, dass man doch sicher auf dem Flughafen irgendjemanden treffen könnte, den man kennt, vor allem in den Sommerferien. Das hätten wir ja geklärt. :grin:
Nun sitze ich erstmal in meinem Gate, das quasi das letzte Gate ist, jedoch nicht das auf der Seite, von der aus ich nach Bonn geflogen bin. So sieht man mal den ganzen Flughafen! Tja, und wie könnte es anders sein, die Maschine wird schon als verspätet angezeigt, da sieh zu spät angekommen ist. Na super. Mal sehen, ob ich den Flug nach LA trotzdem bekomme.
Ansonsten habe ich noch herausgefunden, dass das W-Lan am Flughafen nicht kostenlos ist ( :( kein herumgesurfe im Forum!), man aber gerne Flughafeninformationen abrufen kann. Na wenigstens.
Trotz der angekündigten Verspätung kamen wir sehr rechtzeitig an, d.h. zur vorgesehenen Zeit der Landung war ich bereits im Flughafen. Wie mir schon angekündigt wurde, ist der Amsterdamer Flughafen ziemlich groß. Da ich aber nicht wirklich wusste, wo ich hin musste, folgte ich erstmal den Schildern in Richtung "Service Point", wiel ich mir dachte, es wäre nett, zu wissen, ob ich den zu dem ausgeschilderten "Transfer Point" gehen sollte, oder lieber doch nicht. Der Service Point war jedenfalls nicht besetzt und verwies mich auf einen weiteren Service Point in die entgegengesetzte Richtung zu den Transferflügen. Die Dame, die ich nach einem Servicepoint fragen wollte, war ziemlich beschäftigt, woraufhin ich erstmal beschloss, dass es wohl auf dem Weg zum Transfer noch irgendwo einen Servicepoint geben müsste, bei dem ich mal fragen könnte, wohin ich denn muss. So weit, so gut. Wie schon erwähnt ist der Flughafen in Amsterdam ziemlich groß. Ich benutzte also zahlreiche Rollbänder (sehr praktische Erfindung), bis ich überhaupt mal irgendwohin kam, wo ich irgendjemanden fragen konnte, in meinem Fall eine Dame in einem "Geschäft". Diese erzählte mir, dass es gleich um die Ecke eine Information gäbe. Auf dem Weg dorthin fand ich aber eine Station mit "Check-In-Maschinen", deren Schilder mir mitteilten, dass sie genau das waren, was ich suchte: Sie verraten einem nämlich, wo das Flugzeug abfliegt. Als ich diese merkwürdige Maschine endlich überlistet hatte und auf dem Weg zu meinem Gate war, fand ich die Information. :p Auf meinem Weg zum Gate traf ich dann auch noch meinen Mitschüler wieder, der im gleichen Flugzeug gesessen hatte wie ich und nun zu einem Gate in meiner Nähe wollte. Wen ich wohl auf der Rückfahrt treffe? :ugly:
Ins Gate kam man mal wieder nur, wenn man durchleuchtet wurde, aber anders als bei uns ist die Kontrolle vor jedem Gate seperat und nicht einmal zentral. Der nette niederländische Herr, der versuchte mich durch die Kontrolle zu bringen, war wohl irgendwie der Ansicht, ich spräche Niederländisch, was ihn dazu veranlasste, mich auf eben dieser Sprache vollzulabern. Nach 2 Minuten (in denen ich natürlich die anderen davon abgehalten habe, einzuchecken) gab er dann endlich auf, vor allem auf meine Frage, ob ich den Laptop herausnehmen muss, die ich natürlich auf Englisch stellte. Er antwortete mir dann auf auf Englisch, was ich sehr nett von ihm fand. :ugly: Ich war also durch die Kontrolle, sammelte meinen Laptop, meine Tasche und meinen Rucksack ein und wollte mir einen Platz suchen, als mir auf halbem Weg auffällt, dass ich meinen Pullover beim Durchleuchten vergessen haben muss. Das wäre reichlich blöd gewesen, dachte ich mir und ging zurück. Ich fand den Pullover am Ende der "Warteschlange" der angekommenen Schalen, hob ihn auf und fand meinen Reisepass und meine Boardingcard. Was für ein großer Stein mir vom Herzen gefallen ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, denn was zum Teufel wäre passiert, wenn ich in den USA ohne Reisepass angekommen wäre?! Lustig wäre es jedenfalls nicht geworden. :durchgeknallt:
Das Flugzeug ist ganz bequem, meinen eigentlichen Platz habe ich schon wieder nicht bekommen - den auf dem Flug nach Amsterdam hatte ich mit einer Frau getauscht, die neben ihrem Mann sitzen wollte - und auch hier war die Sitzverteilung wohl etwas ungünstig für Ehepaare, denn nicht nur ich begab mich eine Reihe weiter vor, sondern noch mindestens ein anderer Passagier tauschte seinen Platz mit einem einsamen Familienmitglied. Dabei ist es doch im Internet-Check-In so einfach, sich Plätze auszusuchen... Äh, zurück zur Sache. Ich habe noch ungefähr 5 1/2 Stunden flug vor mir und mein Akku hat noch 1 Stunde und 17 Minuten Strom. Obwohl sich das auch laufend ändert. Vorhin waren es nur 45 Minuten. Wenn ich also einfach weiter schreibe und nicht anfange, den Mentalist zu gucken (was ich ja eigentlich vor hatte. Leider hab ich die Leverage Folge im Flugzeug nicht dabei. Das wäre lustig gewesen :breitgrinsend: ), wird er wohl noch eine Weile halten. Außerdem habe ich noch 600 Seiten Buch dabei, "A Clash of Kings", der zweite Band der "A Song of Ice and Fire"-Serie von GRR Martin, die mir meine Tante und meine Schwester nach langem Schwärmen "aufgezwungen" haben - wobei ich zugeben muss, dass sie wirklich gut ist. Ich werde also nicht vor Langeweile sterben, wobei gerade auch irgendein Film mit Mathew McConaughey (wie auch immer man den Herren schreibt) läuft. Aber nunja. Muss ich nicht gucken... :ugly: Mittlerweile sind wir wohl über Island geflogen, wovon ich leider gar nichts gesehen habe, da eine dicke Wolkenschicht alles verdeckt. :( Aber ich fange an zu schwafeln.
Den restlichen Flug verbrachte ich größtenteils damit, den Jungen neben mir zu ignorieren. Dieser war ein seltenes Exemplar der Spezies "Ich verstehe kein Wort Englisch, nicht mal "What's your name?"". Und er hatte sich nichts zum beschäftigem mitgenommen, nichts. Was dazu führte, dass er reichlich hibbelig war, mit allen möglichen im Flugzeug befindlichen Sachen herumspielte (inkl. Müll) und sowieso reichlich nervig war. War ich froh, als ich ihn los war. Sein Vater war ganz nett. ;) Der konnte aber auch Englisch. :p
Nach dem Aussteigen musste man sich erstmal einreihen um bei einem Schalter offiziell in die USA gelassen zu werden, inkl. Fingerabdrücke scannen und fotografieren. Als ich irgendwann dran war, eröffnete mir der Herr am Schalter, dass ich mich für ein Visum beworben hatte und dass dies gar nicht nötig gewesen wäre, da "your country and my country are friends", wie er so schön sagte. Das heißt also, ich habe dieses unglaubliche Formular ganz umsonst ausgefüllt... Dafür kann ich jetzt meine Reisepassnummer auswendig. :smirk:
Meine Tante stand direkt am Ausgang des (relativ kleinen) LAer Flughafens. Statt direkt nach Hause zu fahren musste wir erstmal einkaufen. 1 1/2 Stunden später waren wir fertig und hatten viel zu viel Geld für zu wenig Sachen ausgegeben. 20 Minuten später waren wir in Pasadena und endlich angekommen.